Ostfriesland ist ein weites, flaches, fast baumloses Land im Nordwesten Niedersachsens. Eine Redensart sagt über Ostfriesland: "Man kann schon morgens sehen, wer nachmittags zum Tee kommt !"
Weite Teile Ostfrieslands sind vom Meer mitgestaltet worden. Bevor es Deiche gab, wurde das Land regelmäßig vom Meerwasser überflutet. Sand und Schlick lagerten sich ab. Allmählich erhöhte sich der Boden. Dadurch wurde das Land nur noch selten von den Fluten überspült.
Ostfrieslands Weite Das Ostfriesische Wappen
Die Marsch entstand. Um das Land besser vor Überschwemmumgen zu schützen, begannen die Menschen vor ungefähr 1000 Jahren, Deiche zu bauen. Heute ist die gesamte deutsche Küste durch Deiche gesichert. Daher auch das Sprichwort: "Gott schuf das Meer und der Friese die Küste" !
Die Marsch liegt nur wenige Meter über dem Meeresspiegel, an manchen Stellen sogar darunter. Der Marschboden ist sehr nass. Er kann nur genutzt werden, wenn er entwässert wird. Die Marsch ist deshalb von vielen tiefen Gräben und Sielen durchzogen.
Kutter vor Norderney
Der Leuchtturm in Pilsum im Abendlicht
Damit das Wasser ins Meer abfließen kann, haben die Menschen Sieltore in die Deiche gebaut. Bei Ebbe öffnen sich die Tore, damit das Wasser ins Meer fließt. Bei Flut schließen sie sich. So wird verhindert, dass Meerwasser ins Land eindringt. An vielen Sieltoren entstanden Orte mit kleinen Häfen. Jeden Tag fahren die Fischer von hier aus mit ihren Kuttern ins Wattenmeer, um Fische und Krabben zu fangen.
Eine von vielen Klappbrücken
blühende Landschaften und schöne Höfe Ostfriesland ist ein Land mit ausgedehnten Mooren. Bis ca. vor 400 Jahren waren die Hochmoore noch unberührte Naturlandschaften. Dann begannen die Menschen, diese Moorgebiete zu nutzen. Die ersten Siedler haben unter schwersten Bedingungen in mühevoller Handarbeit zahlreiche Kanäle gebaut und den Schwarztorf abgegraben.
Die Kanäle dienten der Entwässerung der Hochmoore. Gleichzeitig waren sie auch die Verkehrswege in den Moorgebieten. Auf großen Kähnen wurde der Schwarztorf in die umliegenden Dörfer und Städte gebracht und dort als Brennmaterial verkauft. Auf dem Rückweg brachten die Kähne Holz, Steine, Dünger und Dinge für das tägliche Leben mit.
An den Kanälen entstanden die langgestreckten Fehnsidlungen ohne Ortskern mit vielen Schleusen, Klapp- und Drehbrücken.
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